Ein Feuerzeug ist eines der Alltagsgeräte, über die man erst nachdenkt, wenn es versagt: auf dem Balkon bei Wind, beim Grillen im Herbst oder beim Versuch, eine Zigarre gleichmäßig anzuzünden. In solchen Momenten zeigt sich, dass die Modelle sehr unterschiedlich gebaut sind. Eine weiche gelbe Flamme verhält sich anders als ein blauer Jetstrahl, Benzin anders als Butangas, ein Reibrad anders als eine Piezozündung.
Einen Testsieger, der überall gewinnt, gibt es in dieser Kategorie nicht. Entscheidend ist, wie zuverlässig ein Modell bei Wind und Kälte zündet, wie viel Pflege es verlangt und ob die Flamme zum Rauchwerk passt. Wer Pfeife raucht, braucht etwas anderes als jemand, der im Winter auf dem Campingplatz den Gaskocher anwirft. Für Zigarette, Pfeife, Zigarre und Outdoor gibt es deshalb jeweils eine Bauart, die besser passt als die anderen, und dazu ein paar Regeln zum Nachfüllen und für Flugreisen.
Die wichtigsten Feuerzeug-Arten im Überblick
Grob lassen sich die Bauarten nach Brennstoff und Flammenart unterscheiden. Beim Brennstoff stehen sich Benzin und Butangas gegenüber, bei der Flamme die offene, weiche Flamme und die Jet- oder Sturmflamme. Daneben gibt es elektrische Modelle ohne Brennstoff. In Produktbeschreibungen verschwimmt diese Unterscheidung oft, weil dort nur „Sturmfeuerzeug“ steht, obwohl damit ein Benzinmodell mit Windkamin ebenso gemeint sein kann wie ein Gasfeuerzeug mit Jetdüse. Wer ein Feuerzeug online kaufen möchte, sollte deshalb immer zwei Angaben prüfen, nämlich den Brennstoff und die Art der Zündung.
Die Zündung ist der zweite große Unterschied. Benzinmodelle arbeiten klassisch mit Reibrad und Feuerstein. Gasmodelle nutzen entweder ebenfalls ein Reibrad oder eine Piezozündung, bei der ein Kristall durch Druck einen Funken erzeugt. Piezo ist komfortabler und verschleißfrei, ein Reibrad dagegen lässt sich mit einem neuen Feuerstein für wenig Geld instand setzen.
Benzin und Gas im Detail
Die Wahl des Brennstoffs entscheidet über Flamme, Wartung und Verhalten bei Kälte. Beide Varianten haben treue Anhänger, und beide haben gute Gründe.
Benzinfeuerzeuge: robust, kältefest und mit Charakter
Am bekanntesten ist die Bauart mit aufklappbarem Deckel und Windkamin. Im Gehäuse saugt eine Watte das Feuerzeugbenzin auf, ein Docht führt es nach oben. Beim Zünden entsteht eine weiche, gelbe Flamme, die ein wenig flackert wie bei einer Kerze. Der gelochte Metallkamin bricht den Wind und verwirbelt die Luft im Inneren, sodass die Flamme auch bei Böen brennt.
Benzin hat einen großen Vorteil: Es zündet auch bei Minusgraden zuverlässig. Wer im Winter draußen unterwegs ist, ist damit gut ausgestattet. Der Nachteil ist die Verdunstung. Je nach Dichtheit des Gehäuses ist der Tank nach ein bis zwei Wochen ohne Nutzung leer. Außerdem bringt die Flamme einen leichten Eigengeruch mit, der bei Zigaretten kaum auffällt, bei Zigarren und Pfeifentabak aber das Aroma beeinflussen kann.
Gasfeuerzeuge: sauber, dicht und vielseitig
Als Brennstoff dient Butan, das unter Druck im Tank gespeichert ist. Mit einer normalen Düse entsteht eine ruhige, offene Flamme, wie man sie von günstigen Wegwerfmodellen kennt. Mit einer Jetdüse wird das Gas durch eine feine Öffnung gepresst und mit Luft gemischt. Das Ergebnis ist eine spitze, blaue und sehr heiße Flamme, die kaum auf Wind reagiert.
Weil der Tank luftdicht ist, verdunstet nichts. Ein gefülltes Modell ist auch nach Monaten in der Schublade noch einsatzbereit. Die Flamme ist geruchsneutral, was vor allem Zigarrenraucher schätzen. Die Schwäche liegt in der Kälte: Bei Frost verliert Butan Druck, und ein ausgekühltes Exemplar zündet oft erst, nachdem man es in der Hand oder in der Hosentasche angewärmt hat.
Elektrische Modelle
Sie erzeugen statt einer Flamme einen Lichtbogen oder einen glühenden Heizdraht. Sie werden per USB geladen, brauchen keinen Brennstoff und sind sehr windstabil. Für Zigaretten und das Anzünden von Kerzen funktionieren sie gut. Für Pfeife und Zigarre eignen sie sich dagegen kaum, weil die punktuelle Hitze keine gleichmäßige Glut erzeugt.
Welche Flamme für welchen Zweck?
Jede Rauchware stellt eigene Anforderungen an die Flamme. Wer mehrere Einsatzzwecke hat, fährt oft besser mit zwei spezialisierten Modellen als mit einem Kompromiss.
Zigarette
Hier ist fast alles erlaubt. Ein günstiges Gasmodell mit Reibrad ist praktisch, eines mit Benzin und Kamin die Wahl für draußen und für Liebhaber. Die Flamme muss die Spitze nur kurz entzünden, Aroma spielt eine geringe Rolle.
Pfeife
Pfeifenraucher brauchen eine weiche, seitlich kippbare Flamme, die sich in den Tabakkopf ziehen lässt. Spezielle Pfeifenfeuerzeuge haben deshalb eine seitliche Düse und oft ein integriertes Pfeifenbesteck. Jetflammen sind ungeeignet, weil sie den Tabak verbrennen statt anzuzünden.
Zigarre
Für Zigarren ist eine geruchsneutrale, heiße Flamme ideal. Jetfeuerzeuge mit einer, zwei oder drei Düsen entzünden den großen Querschnitt gleichmäßig, ohne das Deckblatt zu verrußen. Benzin ist hier weniger beliebt, weil der Geschmack in den ersten Zügen leiden kann.
Outdoor und Camping
Draußen zählen Windstabilität und Zuverlässigkeit. Im Sommer ist eine Jetflamme kaum zu schlagen, im Winter ein Benzinmodell, weil es bei Kälte nicht schwächelt. Wer beides abdecken will, greift zu Benzin und trägt das Modell nah am Körper.
Nachfüllen, Pflege und Kaufkriterien
Ein gutes Modell begleitet seinen Besitzer über viele Jahre, wenn es richtig gepflegt wird. Beim Nachfüllen gibt es je nach Brennstoff ein paar Regeln. Bei Benzin füllt man über die Watte im Boden nach, und zwar nur so viel, bis sie gesättigt ist. Überschüssiges Benzin tritt sonst aus und kann die Haut reizen. Gasmodelle sollten vor dem Nachfüllen komplett leer sein. Dazu das Ventil mit einem dünnen Gegenstand kurz eindrücken, bis kein Gas mehr austritt, dann die Kartusche senkrecht von oben aufsetzen. Hochwertiges, mehrfach gefiltertes Butan schont die Düse, gerade bei Jetdüsen.
Beim Kauf lohnt der Blick auf einige Details: ein Gehäuse aus Metall statt Kunststoff, eine Füllstandsanzeige bei Gasmodellen, eine regulierbare Flammenhöhe und ein sauber schließender Deckel. Wer das Modell verschenken möchte, achtet zusätzlich auf die Möglichkeit einer Gravur. Ein Punkt, der beim Kauf selten bedacht wird, sind die Folgekosten. Ein günstiges Wegwerfmodell ist schnell ersetzt, ein nachfüllbares Metallmodell hält bei guter Pflege Jahrzehnte und braucht nur Gas, Benzin oder gelegentlich einen Feuerstein. Auf lange Sicht ist das hochwertige Modell deshalb oft das günstigere.
Typische Probleme und wie man sie behebt
Die meisten Modelle, die in der Schublade landen, sind gar nicht kaputt. Oft reichen ein paar Handgriffe, um ein Modell wieder zuverlässig zum Zünden zu bringen.
Die Flamme ist zu klein oder flackert
Bei Gas liegt das häufig am Flammenregler, einem kleinen Rad oder Schlitz am Boden. Er verstellt sich in der Tasche leicht und lässt dann zu wenig Gas durch. Ein paar Millimeter in Richtung Plus helfen meist sofort. Flackert eine Jetflamme oder zündet sie nur sporadisch, ist oft die Düse verschmutzt, etwa durch Flusen aus der Hosentasche oder Rückstände von minderwertigem Gas. Vorsichtiges Ausblasen mit Druckluft löst das Problem in vielen Fällen. Bei Benzin deutet eine schwache Flamme dagegen fast immer auf einen leeren Tank oder einen verkohlten Docht hin.
Den Docht kürzen oder tauschen
Ein Benzindocht verkohlt mit der Zeit an der Spitze und saugt dann schlechter nach. Mit einer Pinzette lässt er sich ein Stück aus dem Kamin ziehen, die verkohlte Spitze wird abgeschnitten. Ist der Docht zu kurz geworden, wird er komplett ersetzt, was bei den gängigen Modellen mit Ersatzdochten aus dem Fachhandel in wenigen Minuten erledigt ist. Bei täglicher Nutzung lohnt etwa zweimal im Jahr ein Blick auf den Docht.
Sicher aufbewahren
Ob Gas oder Benzin, nichts davon gehört in die Nähe von Hitzequellen. Im Sommer kann sich ein Auto innen auf weit über 60 Grad aufheizen, und ein Gastank auf dem Armaturenbrett steht dann unter erheblichem Druck. Auch neben dem Herd oder auf der Heizung ist kein guter Platz. Für Haushalte mit Kindern gibt es Modelle mit Kindersicherung, die in der EU für Einwegfeuerzeuge ohnehin vorgeschrieben ist. Benzin und Butangas selbst sollten kühl, gut verschlossen und außer Reichweite von Kindern gelagert werden.
Häufige Fragen
Darf man ein Feuerzeug ins Flugzeug mitnehmen?
In der Regel ist ein Exemplar pro Person erlaubt, das am Körper getragen wird, nicht im Handgepäck und nie im Koffer. Jet- und Sturmfeuerzeuge sind bei vielen Fluggesellschaften ausgeschlossen. Vor der Reise lohnt ein Blick in die Bestimmungen der jeweiligen Airline.
Warum zündet mein Gasfeuerzeug im Winter nicht?
Bei Kälte sinkt der Druck im Butantank, und es tritt zu wenig Gas aus. Das Gerät für einige Minuten in der Hand oder in einer Innentasche anwärmen, dann funktioniert es meist wieder.
Wie oft muss der Feuerstein gewechselt werden?
Das hängt von der Nutzung ab. Wenn das Reibrad nur noch schwache Funken erzeugt, ist der Stein aufgebraucht. Bei täglicher Nutzung ist das etwa alle paar Wochen der Fall. Der Wechsel dauert eine Minute.
Ist ein Jetfeuerzeug für Zigaretten sinnvoll?
Es funktioniert, ist aber eigentlich überdimensioniert. Die heiße Flamme kann das Papier schnell ansengen. Für Zigaretten reicht eine normale Gas- oder Benzinflamme.
Fazit
Wer ein Feuerzeug für alles sucht, wird an irgendeiner Stelle enttäuscht. Benzin ist die robuste Wahl für Kälte und Charakter, Gas die saubere und wartungsarme für den Alltag, die Jetflamme das Werkzeug für Zigarren und Wind. Pfeifenraucher brauchen eine eigene, weiche Flamme. Wer seine Gewohnheiten kennt, trifft die Entscheidung schnell, und wer zwischen drinnen und draußen, Sommer und Winter wechselt, fährt mit zwei unterschiedlichen Modellen besser als mit einem Kompromiss.

